Stiftskirche

Förderverein

Die Finanzierung der Sanierung und Renovierung der Stiftskirche geht ins Geld.

Die kirchliche Arbeit an dem Gotteshaus in der Wertheimer Altstadt ideell und finanziell zu unterstützen, hat sich der Förderverein Stiftskirche zum Ziel gesetzt.

Spendenkonten:
Stiftspfarrei Wertheim
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Informationen über die Stiftskirche

Quelle: Kirchengemeinde Stiftskirche
Aussenansicht und Lage
Mitten im malerischen Wertheim steht die evangelische Stiftskirche. Im Jahr 1384 legte der Graf Johann I. von Wertheim auf den Fundamenten einer romanischen Kirche den Grundstein für die gotische, dreischiffige Pfeilerbasilika. Vier Jahre später entstand der Chor. Im Obergeschoss wurde eine Bibliothek eingerichtet, für die der Gelehrte Konrad Wellin 1448 rund 63 Bücher stiftete. Im Laufe der Jahre vergrößerte sich die Bibliothek immer mehr: Schließlich beherbergte sie rund 900 mittelalterliche Handschriften und frühe Drucke. Das Erdgeschoss des Chores diente dem Wertheimer Grafengeschlecht hingegen als Begräbnisstätte.
Auffällig an der Stiftskirche ist zum einen ihr leicht asymmetrischer Grundriss, der wohl dem damaligen Straßenverlauf geschuldet ist. Auffällig ist außerdem der viereckige, zweigeteilte Kirchturm. Die ersten drei Geschosse sind wie der Rest der Kirche gelb verputzt. Die Obergeschosse setzen sich mit ihren unverputzten rötlichen Sandsteinen scharf dagegen ab. Die Turm-Uhr aus dem Jahr 1544 gehört zu den ältesten in Deutschland: Das östliche Zifferblatt, das zur Burg weist, hat nur einen Stundenzeiger. Das der Stadt zugewandte, vergoldete Zifferblatt hat hingegen zwei Zeiger für Stunden und Minuten.

Schon 1518 begannen die Lehren der Reformation in Wertheim Gehör zu finden. Um 1530 schließlich führt Graf Georg II. von Wertheim die Reformation ein und die Stiftskirche wurde in den folgenden Jahren zum evangelischen Gotteshaus. Rund 100 Jahre später spaltet sich die Grafenfamilie in einen protestantischen und einen rekatholisierten Zweig auf – und damit wird die Stiftskirche zu einer Simultankirche: Im Chor wurden katholische Messen gehalten, während im Langhaus evangelische Gottesdienste gefeiert wurden. Diese – nicht immer friedlich verlaufende – gleichzeitige Nutzung der Kirche dauerte bis 1842.

Quelle: Kirchengemeinde Wertheim
LUTHER IN WERTHEIM
Quelle: Klara Herdeanu
Im Jahre 1521 soll Dr. Martin Luther der Legende nach auch durch Wertheim gereist und gegenüber der Kirche in einer Wirtsstube Bratwürste gegessen haben. Und auch nach so vielen Jahrhunderten hält sich das Gerücht, dass er damals die Zeche geprellt hat – wie dies eine kleine Hinweistafel am Wirtshaus verkündet. Luther war 1521 auf dem Weg zum Wormser Reichstag, wo er seine kirchenkritischen Thesen widerrufen sollte.
Luther weigerte sich auf dem Reichstag - in Gegenwart des Grafen zu Wertheim - aber mit starken Worten: "Wenn ich nicht durch Zeugnisse der Schrift und klare Vernunftgründe überzeugt werde; denn weder dem Papst noch den Konzilien allein glaube ich, da es feststeht, dass sie öfter geirrt und sich selbst widersprochen haben, so bin ich durch die Stellen der heiligen Schrift, die ich angeführt habe, überwunden in meinem Gewissen und gefangen in dem Worte Gottes. Daher kann und will ich nichts widerrufen, weil wider das Gewissen etwas zu tun weder sicher noch heilsam ist. Gott helfe mir, Amen!" (soweit Martin Luther).

Quelle: Kirchengemeinde Wertheim
INNENRAUM
Quelle: Klara Herdeanu
Die Kirche empfängt den Besucher im flachgedeckten Mittelschiff mit hellen, hohen Wänden. Rote Sandsteinarkaden führen zu den Seitenschiffen links und rechts und bergen in sich die Emporen.
Der hoch gewölbte Chor in rotem Sandstein hebt sich mit einer Vielzahl an Grabdenkmälern und Statuen vom schlichten Mittelschiff ab. Große Fenster spenden dem Raum viel Licht. Zwischen ihnen führen hohe Pfeiler zum spätgotischen Kreuzrippengewölbe, was reich bemalt ist.

Ab dem 16. Jahrhundert wurden in der Stiftskirche protestantische Gottesdienste gefeiert. Im 17. Jahrhundert entbrannte der Konfessionsstreit aber erneut, da ein Teil der Grafenfamilie wieder zum katholischen Glauben übertrat. Die Stiftskirche wurde so zu einer Simultankirche: Im Langhaus feierte die evangelische Gemeinde und im Chor, abgetrennt durch einen prunkvollen Lettner, wurden katholische Messen abgehalten. Erst 1842 wurde die Stiftskirche wieder rein protestantisch. Der reich dekorierte Lettner wurde im 19. und 20. Jahrhundert schließlich entfernt. Im Übergang von Mittelschiff zum Chor hängt heute noch das ursprüngliche Triumphkreuz mit einer überlebensgroßen Christusfigur.

Im Westen thront die Orgel aus dem 20. Jahrhundert auf der hölzernen Empore. Die Geschichte der Orgel ist eng mit der Geschichte der konfessionellen Unterschiede verbunden. Bis zum 17. Jahrhundert befand sich die Orgel als „Schwalbennest“ an der nördlichen Längsseite der Kirche. 1663 sollte die Orgel renoviert und die Kosten von der protestantischen und der katholischen Gemeinde getragen werden. Der Streit entbrannte, als die evangelische Gemeinde vorschlug, eine große Orgel auf der Westempore zu errichten. Die katholische Gemeinde weigerte sich, sodass das Reichskammergericht in Regensburg und der Reichshofrat in Wien entscheiden mussten. Und die neue Orgel fand ihren Platz auf der Westempore.

Quelle: Kirchengemeinde Wertheim
GRABMÄLER UND KRUZIFIX
Quelle: Klara Herdeanu
Die Wertheimer Stiftskirche ist reich ausgestattet mit Grabdenkmälern und eigentlichen Grabplatten des Wertheimer Adelsgeschlechts. Besonders auffallend ist das Baldachinhochgrab für Graf Ludwig I. von Löwenstein-Wertheim und seine Gemahlin Anna. Der seinerzeit berühmte Steinmetzmeister Michael Kern aus Forchtenberg fertigte das Denkmal 1616 – 1618 aus Alabaster. Detailliert ausgearbeitete Statuen der beiden Verstorbenen liegen unter einem Baldachinhimmel, der von reich geschmückten Säulen getragen wird. Über ihren Köpfen liegt ein kleiner Löwe. Die anspruchsvolle Gestaltung und die prominente Platzierung mitten im Chorraum, direkt hinter dem Altar, demonstrieren den Herrschaftsanspruch der neuen Dynastie von Löwenstein-Wertheim.
Leben und Sterben stehen in der Wertheimer Stiftskirche mit ihrem überlebensgroßen Kruzifix und der Vielzahl an Grabdenkmälern und Grabplatten im Mittelpunkt. Die reich dekorierten Grabmäler betonen die Vergänglichkeit des Menschen. Ihre prunkvollen Ausstattungen sind Glaubenszeugnisse im Angesicht der Vergänglichkeit.

Trost und Hoffnung bietet der Blick zu Jesus am Kreuz. Sein Tod kündigt die Auferstehung Christi an – und damit den Sieg über den Tod. Paul Gerhardt, einer der wichtigsten protestantischen Kirchenlieddichter, formuliert dies so:

„Sei fröhlich alles weit und breit,
was vormals war verloren,
weil heut der Herr der Herrlichkeit,
den Gott selbst auserkoren
zum Sündenbüßer, der sein Blut
am Kreuz vergossen uns zu gut,
vom Tod ist auferstanden

Nun, Gott sei Dank, der uns den Sieg
durch Jesum hat gegeben,
und uns den Frieden für den Krieg
und für den Tod das Leben
erworben, der die Sünd und Tod,
Welt, Teufel, Höll und was in Not,
uns stürzet, überwunden.“

DIE LUTHERSTATUE
Quelle: Klara Herdeanu
Rechts neben dem Eingang der Stiftskirche steht eine Statue von Martin Luther. In seinen Händen hält er ein aufgeschlagenes Buch: das Alte und Neue Testament, übersetzt von Dr. Martin Luther.
Der in Wertheim wohnhafte Künstler, Otmar Hörl, hat sie in hundertfacher Anzahl geschaffen, um damit Luthers Wirken unters Volk zu bringen.

Der Reformator hatte 1521 begonnen, die Bibel zu übersetzen. Zuvor war er auf dem Wormser Reichstag gewesen, wo er seine kirchenkritischen Thesen widerrufen sollte. Luther weigerte sich und der Wormser Reichstag verhängte über ihn die Reichsacht. Damit wurde Luther vogelfrei: Jeder konnte ihn ohne Strafe töten, niemand durfte ihn in seinem Haus aufnehmen und niemand durfte Luthers Schriften mehr vervielfältigen oder lesen.

Der sächsische Kurfürst Friedrich der Weise unterschrieb zwar die beschlossene Reichsacht. Im Anschluss ließ er Luther aber auf seinem Heimweg gefangenen nehmen und versteckte ihn sicher auf der sächsischen Wartburg. Dort findet Luther Zeit und Gelegenheit, die Bibel zu übersetzen. In nur elf Wochen überträgt er das Neue Testament aus dem Griechischen ins Deutsche.

Luther wollte mit seiner Übersetzung die Heilige Schrift den einfachen, weniger gebildeten Menschen seiner Zeit zugänglich machen. So konnte auch der theologische Laie ohne Hebräisch-, Griechisch- und Lateinkenntnisse selbst in der Bibel lesen. Für die damalige Zeit ein revolutionärer Schritt.

Revolutionär war auch die Sprachgewalt seiner Übersetzung. Luther übersetzte nicht nur, er legt die Bibel auch aus und deutete sie in den Alltag der Menschen seiner Zeit hinein. Der Reformator nannte dies „dem Volk aufs Maul schauen“.

Martin Luthers Ansatz und seine Arbeit waren bahnbrechend. Bis zum heutigen Tage erreicht keine Übersetzung der Bibel solch eine Sprachgewalt. Diese Sprachgewalt ist aber nicht nur für die Reformation entscheidend gewesen. Luthers Bibelübersetzung markiert den Grundstock des Hochdeutschen, wie wir es heute sprechen. Ohne Luther und seine Bibelübersetzung würden wir somit heute ganz anders sprechen.

Quelle: Kirchengemeinde Wertheim
DIE HEILIG-GEIST-KAPELLE MIT HEILIG-GEIST-KAPELLE DER WERTHEIMER MADONNA
Quelle: Klara Herdeanu
Rechts neben dem Eingang der Wertheimer Stiftskirche führt eine gewundene Sandsteintreppe zu einem kleinen Seitenraum im Turm: die Heilig Geist Kapelle.
Über dem Eingang zur kleinen Kapelle hängt die Wertheimer Madonna aus dem frühen 14. Jahrhundert. In dieser kleinen Statue zeigt sich der Wandel des majestätischen mittelalterlichen Marienbildes zur liebenden Mutter. Maria wendet sich mit ihrem Oberkörper dem kleinen Jesus zu. Ein leichtes Lächeln umspielt ihre Lippen. Der Jesusknabe erwidert ihren Blick und schenkt ihr ein Lächeln.

Malereien aus der Bauzeit schmücken die Nordwand der kleinen Kapelle. Licht dringt durch ein schmales Fenster an der Westwand. Hier ist eine mittelalterliche Glasmalerei mit der Darstellung eines Jakobuspilgers zu entdecken. Die katholische Gemeinde und der Erzbischof von Freiburg haben die Restaurierung dieses ausdruckstarken Glasbildes anlässlich der Wiedereinweihung im Jahre 2007 geschenkt. Kleine Holzbänke laden ein zum Verweilen in diesem kleinen Raum der Stille. In der Stille können wir Ruhe finden, um auf Gott zu hören und zu beten – in unseren eigenen Worten oder in den Worten der Glaubenden vor uns, wie z.B. in den Worten von Martin Luther:

„Gib mir, Herr nicht Gold und Silber,
sondern einen starken, festen Glauben.
Ich suche nicht
Lust oder Freude der Welt,
sondern Trost und Erquickung
durch dein heiliges Wort.

Nichts begehre ich,
das die Welt groß achtet,
denn ich bin dadurch vor dir
nicht um ein Haarbreit gebessert; sondern
deinen Heiligen Geist gib mir,
der mein Herz erleuchte,
mich in meiner Angst und Not
stärke und tröste,
im rechten Glauben und Vertrauen
auf deine Gnade erhalte mich
bis an mein Ende. Amen.“

 
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