Wohlfühlen mit beheizbaren Kissen

- 28.11.2018 - 

Sanierung: Arbeiten in der Dertinger Wehrkirche abgeschlossen / Veranschlagte Kosten von 230 000 Euro eingehalten

Punktlandung: Wie geplant kehren die evangelischen Gläubigen in Dertingen mit dem Gottesdienst am Sonntag in ihre Wehrkirche zurück. Die Sanierung ist abgeschlossen.

Quelle: Elmar Kellner
Das Innere der Wehrkirche erstrahlt in neuem Licht. Modernste LED-Technik kommt zum Einsatz und setzt mit Strahlern Akzente.
Quelle: Elmar Kellner
Quelle: Elmar Kellner
Ob Altarraum oder Wandinschrift - überall wurde Hand angelegt, renoviert und restauriert.
Quelle: Elmar Kellner
Besonders freut man sich über die Tafel für die Anzeige der zu singenden Lieder.

Dertingen. Das Gerüst, das fast das gesamte Kirchenschiff ausgefüllt hat, ist verschwunden, die Bänke stehen dafür wieder an ihrem Platz. Das sind fast die augenfälligsten Veränderungen seit dem letzten Besuch in der Dertinger Wehrkirche.

Der fand im August statt und man stand noch am Anfang der Sanierungsarbeiten. Jetzt, knapp vier Monate später, kann Kirchenführer Steffen Baumann erfreut und zufrieden feststellen: „Wir hatten zwar etwas Zeitdruck, aber wir haben es geschafft.“

Am Sonntag wieder Gottesdienst

Geschafft, das heißt, am Sonntag findet um 10.15 Uhr der Gottesdienst wieder in der Wehrkirche statt. Passend, wie erhofft, zum ersten Advent und zum Beginn des neuen Kirchenjahres. Die Zeit des „Exils“ in der katholischen Kirche „Maria-Rosenkranz-Königin“ ist vorbei. Baumann nutzt die Gelegenheit, um zu betonen, wie dankbar man für die Aufnahme und die Gastfreundschaft dort ist. Unterdessen hat er in der Sakristei, die übrigens auch wieder freigeräumt ist, ein paar Knöpfe gedrückt und Regler gedreht. Und siehe da, das Innere der Wehrkirche erstrahlt in neuem Licht. Das beruht jetzt auf moderner LED-Technik, zudem wurden einige wirklich unansehnliche Lampen ersetzt. Im Chorraum wird mit Strahlern gearbeitet, so dass man hier ganz bewusst Akzente setzen, etwa das Fresko anleuchten und damit hervorheben kann. Und auch für die Kirchenmusik ist die Zeit der Notbehelfe vorbei, die Akteure finden nun optimale Lichtverhältnisse vor, zeigt sich Steffen Baumann überzeugt.

Bei der Sanierung wurde, ganz wie es sich für ein evangelischen Gotteshaus geziemt, auf Schlichtheit geachtet. Am Fresko gab es Konservierungsmaßnahmen, die Wände sind „nach Restauratorenmanier“ mit Schwämmen gereinigt worden. Die Südwand, von eindringenden Salzen und Feuchtigkeit geschädigt, wurde freigelegt und bis auf einen kleinen Streifen im Sockelbereich neu verputzt. Auch an der Emporenbrüstung gab es Reinigungsarbeiten. Eine kleine Extravaganz hat man sich aus gutem Grund geleistet: Die neu angeschafften Sitzkissen sind nun beheizbar. Spätestens am Sonntag wird man wissen, ob sie für die Gottesdienstbesucher die vom Kirchenführer erhofften „Wohlfühlmomente“ schaffen. Die Raumtemperatur soll dafür in den Wintermonaten von bislang bis zu 15 Grad auf zwölf Grad abgesenkt werden. „Als in der Zeitung stand, dass wir beheizbare Polster anschaffen, wurde schon ungläubig nachfragt, ob das denn stimmt“, berichtet Baumann. Es hätten aber auch Kirchengemeinden Interesse an den Erfahrungen in Dertingen bekundet.

Neu sind die Tafeln, auf denen nun die Nummern aller Lieder angezeigt werden können, die im Gottesdienst gesungen werden. „Das passt zur Einführung des Ergänzungsheftes des evangelischen Gesangbuches.“ Behoben worden ist ein Schaden am südlichen Fachwerk des Turms und auch das Holztor im historischen Torhaus lässt sich jetzt leichter öffnen. Ein paar Kleinigkeiten sind bis zum ersten Gottesdienst am Sonntag noch zu erledigen, andere Arbeiten müssen auf die Zeit danach warten.

Fest steht, der Zeitplan wurde eingehalten und auch beim Kostenrahmen sieht es ganz danach aus. Der beläuft sich auf 230 000 Euro, wovon die Kirchengemeinde ein Drittel aus Eigenmitteln aufbringen muss. Noch nicht entschieden ist die Frage, was mit der Orgel geschieht – Generalsanierung oder Verkauf und Neuanschaffung. Dieses Thema wurde bei den Maßnahmen ganz bewusst außen vor gelassen. Bis zu den Kirchenwahlen 2019 soll darauf eine Antwort geben.


 
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