Bezirkssynode

- 13.11.2018 - 

Ab 1. Advent gibt es eine neue Ordnung der gottesdienstlichen Lieder und Texte

Kirchenbezirk Wertheim: Das neue Liederbuch ist da / Drei Prädikantinnen werden wieder beauftragt / Gedenken an jüdische Mitbürger in Wertheim.

Quelle: Petra Herold
(rechts) Dekan Hayo Büsing überreicht den Prädikantinnen (von links) Beate Götzelmann, Margit Einzmann und Dorothea Geibel und Prediger Johann Hermann ihre Beauftragungsurkunden.

Die Synode tagte einen Tag nach dem 9. November. Dekan Hayo Büsing nimmt dies zum Anlass, an die Schicksale der Juden in Baden, besonders an die jüdischen Mitbürger in Wertheim, zu gedenken. In Wertheim lebten bis 1940 fast ständig Juden. Seit 1827 war Wertheim Sitz eines Bezirksrabbinats. Zum Bezirk gehörten die israelitischen Gemeinden in Dertigen, Grünsfeld, Hardheim, Hochhausen, Königheim, Külsheim, Messelhausen, Tauberbischofsheim und Wenkheim. Büsing mahnte eine Kultur des Erinnerns an. Die Schicksale der Juden dürfen nicht vergessen werden. Büsing dankt den Kirchengemeinden Wenkheim und Külsheim, die einen Gedenkstein am Mahnmal in Neckarzimmern und in ihren Gemeinden aufgestellt haben. Die Besinnung endet mit dem Versöhnungsgebet der Kathedrale von Coventry. Das Nagelkreuz aus Coventry (England) ist ein Symbol für die weltweite Versöhnung nach dem 2. Weltkrieg.

Der Vorsitzende der Bezirkssynode, Ekkehard Hüneburg, beginnt mit dem ersten Tagesordnungspunkt: die Abstimmung über den Doppelhaushalt 2018/2019.
Anschließend übt Bezirkskantorin Katharina Wulzinger mit den Synodalen Lieder aus dem neuen Liederbuch der Badischen Landeskirche „Wo wir dich loben, wachsen neue Lieder“ ein. Das neue Liederbuch ist notwendig geworden, weil sich die Ordnung der Texte und Lieder in den Gottesdiensten geändert hat.  
Pfarrerin Ulrike Beichert von der Liturgischen Kommission der Badischen Landeskirche informiert über die Veränderungen. Das Alte Testament und biblische Texte, in denen Frauen eine wichtige Rolle spielen, wurden stärker berücksichtigt als bisher. Als Grundlage für die Texte dient jetzt die neue Lutherübersetzung von 2017.
Neben den Pfarrern und Pfarrerinnen ist dies besonders für Organisten und Organistinnen, Prädikanten und Prädikantinnen wichtig. Prädikanten gestalten Gottesdienste im Ehrenamt. Trotzdem haben sie dafür eine Ausbildung durchlaufen. Im Kirchenbezirk Wertheim werden 30% der Gottesdienste von Prädikanten gehalten. Dekan Büsing bedankt sich ausdrücklich bei den Prädikanten für ihren engagierten Einsatz: „Kein Weg ist Ihnen zu weit, um einen Gottesdienst zu halten.“

Schuldekanin Cornelia Wetterich berichtete über die Arbeit der Landessynode. Die Landessynode beschäftigte sich ebenfalls mit dem Antisemitismus in der Bevölkerung und hatte dazu den Antisemitismus-Beauftragten von Baden-Württemberg Dr. Michael Blume eingeladen. Er erklärte: „Antisemiten greifen nicht nur Juden, sondern auch andere Minderheiten an.“ Die Landessynode hat Antisemitismus als Gotteslästerung bezeichnet und dazu aufgerufen, sich öffentlich und entschieden dagegen zu wenden. Auch das Leid der beiden Weltkriege war Thema. In diesem Zusammenhang ist die Landeskirche im Gespräch mit Rüstungsunternehmen in Baden. 
Wie können wir heute Menschen mit der Botschaft von Jesus Christus erreichen? Welche Richtung soll die Kirche in den kommenden Jahren einschlagen? Die Synode formulierte dazu „Mehr- und Weniger-Sätze“ z.B. „Mehr tun, um das evangelische Profil zu stärken“ und „Weniger tun, was andere auch schon tun“   oder  „Mehr Formen des Engagements ermöglichen“  und  „Weniger langfristiges Engagement voraussetzen“.  Wie können die Berufe des Pfarrers und des Gemeindediakons attraktiver werden? Neben den Kindertagesstätten soll auch das evangelische Profil der Diakonie gestärkt werden. Zur Kirche gehören Verkündigung, Bildung, Seelsorge, Diakonie, der missionarische Auftrag und die Ökumene.  Auch der Dialog mit Muslimen soll geführt werden. Es gibt dazu ein Impulspapier für das Gespräch zwischen Christen und Muslimen. Am Freitag, den 30. November ist um 18 Uhr in Adelsheim ein Vortrag zu diesem Thema.
Des weiteren wird der Berufsbildprozess von Pfarrern und Gemeindediakonen derzeit diskutiert. Diakone sind in sehr unterschiedlichen und vielfältigen Arbeitsfeldern tätig. Im Kirchenbezirk Wertheim gibt es vier Gemeindediakone, Alexander Kirchhoff, Bezirksjugendreferent, Petra Herold, Bezirksdiakonin und Öffentlichkeitsbeauftragte, Ute Schumacher, Religionslehrerin und Inklusionsbeauftragte, Elvira Leskowitsch, Beauftragte für Flucht und Migration und Polizeiseelsorge. Elvira Leskowitsch wird zusammen mit russlanddeutschen Mitbürgern zum Thema: „Wo komme ich her? Wo wollen wir miteinander hin?“ arbeiten. Die Projektgemeinden sind Wartberg, Reinhardshof und Külsheim. Auch Lauda ist im Blick.

Helmut Wießner berichtete ebenfalls von der Landessynode. Bei ihm ging es um das Dienstrecht der Angestellten der Landeskirche und der Diakonie. Der sogenannte „Dritte Weg“ wird fortgesetzt. Für Angestellte der Kirche gibt es somit kein Streikrecht. Außerdem darf man künftig bereits ab 16 Jahren als Kirchengemeinderat gewählt werden. Ab 14 Jahren darf man wählen.

Nach der Mittagspause beschäftigen sich die Synodalen in Kleingruppen mit den einzelnen Themen. Die Gemeindeberaterin der Landeskirche, Frau Philipps bietet eine Gruppe zum Thema „Kirchenjahr“ an. Ihre Eingangsfrage lautet: „Welche Zeiten im Kirchenjahr mögen Sie besonders und welche fallen ihnen eher schwer?“ Einige Teilnehmer schätzen die Adventszeit besonders, auch die Karwoche wird sehr intensiv erlebt. Schwer tun sich manche mit der Trinitatiszeit, die sich über einen langen Zeitraum von Pfingsten bis in den Herbst hinein erstreckt. Frau Philipps gab hier den Tipp: „Sagen Sie im Gottesdienst nicht, heute ist der 20. Sonntag nach Trinitatis. Benennen Sie vielmehr das Thema des Sonntags, z.B. „Aus der Taufe leben“ oder „Dankbarkeit“. Insgesamt sind die Themen der einzelnen Sonntage in der neuen Ordnung stärker als bisher herausgearbeitet worden.  Der letzte Sonntag des Kirchenjahres ist der Ewigkeitssonntag. Hier kann der Pfarrer bzw. der Prädikant den Fokus stärker auf den Aspekt der Begrenzung des Lebens oder die Hoffnung auf das neue Leben mit Jesus legen. Sogar ein paar Wochensprüche haben sich geändert, z.B. am drittletzten Sonntag des Kirchenjahres ist das Thema „Frieden und Gerechtigkeit“ und der neue Wochenspruch dazu lautet: „Selig sind, die Frieden stiften, denn sie werden Gottes Kinder heißen“ (Matthäus 5,9).  Am 1. Advent 2018 tritt die neue Ordnung in Kraft.

Beichert übte mit ihrer Gruppe das Lesen der biblischen Texte. Einen Text in einer großen Kirche zu lesen, ist etwas anderes, als etwa in einem Raum. Natürlich soll beim Vorlesen auch der Sinn des Bibeltextes zum Ausdruck kommen. Gemeindeberater Sommer zeigte, wie man ganze Themenreihen in Gottesdiensten sinnvoll unterbringen kann.  Bezirkskantorin Wulzinger übte mit ihrer Gruppe weitere Lieder des neuen Liederbuches.

Beichert gestaltete den abschließenden Gottesdienst der Bezirkssynode. Der Gottesdienst nahm die Teilnehmer mit auf einen Weg durch das ganze Kirchenjahr. Angefangen mit dem Advent ging es über Weihnachten, Ostern, Pfingsten bis hin zum Ende des Kirchenjahres.

Am Ende des Gottesdienstes überreichte Dekan Büsing den Prädikantinnen Margit Einzmann, Dorothea Geibel und Beate Götzelmann ihre Wiederbeauftragungsurkunde. Der Prediger der Stadtmission Wertheim Johann Hermann bekam seine Urkunde zur Beauftragung der öffentlichen Wortverkündigung und Sakramentsspende.              phe

 
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