Schuhe in allen Formen und Farben im Vergleich zu Lebenssituationen

- 13.11.2018 - 

Bezirksfrauentag: Susanne Peitz referierte

Langjähriges Teammitglied Ursula Förstel wurde von Ingrid Kachel verabschiedet.

Quelle: Antje Bauer
Ursula Förstel wird von Ingrid Kachel für jahrelangen Dienst in der Bezirksfrauenarbeit gewürdigt und verabschiedet.

Wertheim. „Welche Schuhe passen zu mir?“ Diese Frage stellte sich Susanne Peitz, Sozialpädagogin aus Heuchelheim, immer wieder in ihrem Referat beim diesjährigen Bezirksfrauentag und verglich das Thema mit den unterschiedlichsten Lebenssituationen. Zunächst jedoch freute sich Ingrid Kachel, Vorsitzende des Arbeitskreises evangelischer Frauen im Kirchenbezirk Wertheim, dass so viele Frauen gekommen waren, um persönliche Gespräche und Begegnungen zu suchen.

Gleichzeitig schwang aber auch ein wenig Wehmut mit, denn nach 30 Bezirksfrauentagen hieße es nun, sich einen neuen Ort zu suchen. Dankbar zeigte sie sich schließlich, dass ihr Team – Antje Bauer, Ursula Förstel, Karin Schwab, Magda Waltert und Gerlinde Weisensee – sie auch wieder bei der Vorbereitung dieses Tages mit Rat und Tat unterstützt hatten.

Pfarrer Gerd Stühlinger würdigte in seinem Grußwort die Frauen, die sich immer ansprechen ließen, wenn Not am Mann oder an der Frau sei. Dann stellte Stühlinger in seiner Funktion als Vorsitzender den Vereins für Jugend- und Sozialarbeit „Startklar“ vor. Dieser Verein unterstützte junge Menschen, die Schwierigkeiten haben, ins Berufsleben zu finden.

Mit dem mehrstrophigen Song „Ich suche tausend Farben, aber sie steh’n mir nicht, ich singe tausend Töne und hör’ die Lieder nicht, ich laufe in tausend Schuhen, doch passen tun sie nicht“, begann Susanne Peitz ihr Referat. Zunächst ging sie bei der Frage, welche Schuhe zu jemandem passen, auf Äußerlichkeiten ein, was Schuhe über den Träger verraten. Doch was macht den Einzelnen aus? Dazu zitierte sie Dietrich Bonhoeffer: „Bin ich das wirklich, was andere von mir sagen? Oder bin ich nur das, was ich selber von mir weiß?“

Um diese Frage zu beantworten, versuchten Menschen immer wieder, sich zu definieren und zu identifizieren. Und manchmal würden auch andere um ihre Gaben und Talente beneidet, würde versucht werden, sich in Schuhe zu zwängen, die gar nicht passten, sondern von außen diktiert würden. „Wir können getrost darauf vertrauen, dass wir die Schuhe, die Gott für uns bereithält, gut tragen können – das sind die Talente und Gaben, die genau zu uns passen“, so Peitz.

In diesem Zusammenhang forderte die Referentin die Frauen auf, sich ihrer Talente bewusst zu sein und sie aufzuschreiben. Doch Schuhe können auch Kratzer bekommen, was bedeutet, dass es gilt, schmerzhafte Prozesse zu durchleben, was jedoch zur Lebenserfahrung dazugehöre.

Oft gehört auch ein bewusstes Loslassen dazu, um die Hände frei für Neues zu haben. Loslassen heißt aber auch aufräumen und ausmisten. Dinge, die in der Kindheit übernommen wurden, zu hinterfragen ist ein ähnlicher Prozess wie das Wegwerfen von zu klein gewordenen Kinderschuhen.

Aufgeräumt werden müsse auch mit alten Gewohnheiten, eingefahrenen Rollen, Menschen, die nicht guttun. Das heißt auch, Grenzen zu ziehen, sich gegen Zumutungen zu wehren, Ansinnen abzulehnen und eigene Bedürfnisse wahrzunehmen. Die Aussagen des ersten Kapitels des Hebräerbriefes fasste sie dann so zusammen: „Ich bin kein Zufallsprodukt, nichts kann mich von Gott trennen, und er liebt mich.“

Zusammenfassend lässt sich mit Susanne Peitz’ Worten sagen: „Wir dürfen uns annehmen, wie wir sind und dürfen lernen, nachgiebig zu uns zu stehen. Wir dürfen zunehmend unser wahres Selbst leben. Unabhängig von unserem Tun und Sein sind wir von Gott geliebt.“

Nach dem gemeinsamen Mittagessen feierten die Frauen einen sehr ansprechenden Gottesdienst mit Pfarrerin Heike Dinse. Dabei kommentierten zwei Frauen – mal kritisch, mal bewundernd, mal nachdenklich – immer wieder die Begegnung von Jesus mit Maria und Martha.

„Diesen tollen Gottesdienst sollte man unbedingt noch einmal erleben“, so abschließend die einhellige Meinung der Frauen. . Am Ende verabschiedete Ingrid Kachel Ursula Förstel für ihr langjähriges Engagement. jaha

 
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