Über Jahre hinweg den Kontakt gehalten

- 23.10.2018 - 

Goldene Zeiten: 14 Jubelpaare feiern ihren 50. Hochzeitstag mit einem Gottesdienst in der Veitskirche in Eichel

Quelle: Matthias Ernst
Jubelpaare: Irmgard und Wolfgang Bockermann, Irene und Günther Diehm, Irmgard und Dieter Diehm, Günther und Kristel Dosch, Rainer und Irene Eitel, Brigitte und Horst Großmann, Brigitte und Rudolf Krug, Anne und Willi Lotz, Günther und Elvira Lutz, Ingrid und Heinz Merkert, Peter und Lore Tröster, Ingrid und Wolfgang Vers, Rosa und Wolfgang von Alt, Ella und Rolf Weber.

Eichel. Pfarrerin Doktor Verena Mätzke konnte zu einem Gottesdienst in der Veitskirche viele Eicheler Brautpaare begrüßen, die vor 50 Jahren geheiratet haben. Nicht alle in der Veitskirche und auch nicht gleichzeitig. Einige ließen sich in der Heimatkirche ihres Partners trauen oder haben sonst einen Bezug zu Eichel. Viele wohnen immer noch im Ort oder haben hier gelebt. Über die letzten 50 Jahre haben sie immer den Kontakt zueinander gehalten.

Aufgebot bestellt

In einer Zeit, als in Europa die Zeichen auf Aufbruch standen, gaben sich diese Paare das Ja-Wort. Das war teilweise gar nicht so einfach, erinnern sich die Eheleute. Damals musste man noch ein „Aufgebot bestellen“, also mindestens drei Wochen vor der Hochzeit öffentlich bekannt geben, dass man heiraten wolle. Heute aufgrund von Datenschutzbestimmungen undenkbar.

„Wir waren ganz aufgeregt, als bei den Verkündigungen von der Kanzel ewig unser Name nicht genannt wurde“, erinnert sich Irmgard Diehm. Sie wollte ihren Dieter in der Fastenzeit heiraten, fast unmöglich vor 50 Jahren. „Aber wir mussten ja heiraten“, fährt sie fort. Und tatsächlich: Ganz zum Schluss wurden sie als Hochzeitspaar erwähnt. Ihre Verbindung hat bis heute gehalten, ebenso wie die der anderen Paare aus der Gemeinde Eichel.

Bei fünf Paaren ist schon ein Partner verstorben, mit Elvira und Günther Lutz sogar schon beide Partner. Zu den regelmäßigen Treffen der Goldpaare gehört auch ein Gang auf den Friedhof gleich neben der Kirche, um den verstorbenen Eheleuten zu gedenken. An jedem Grab wird eine weiße Rose abgelegt, als Zeichen der Verbundenheit. So auch bei Wolfgang Bockermann, Kristel Dosch und Wolfgang von Alt.

Pfarrerin Mätzke berichtete vom Vorgespräch mit den Jubelpaaren in der vergangenen Woche. Dabei war es um weit mehr gegangen, als nur um die Feier des goldenen Ehejubiläums. „Manche von ihnen waren noch grün hinter den Ohren“, also noch nicht volljährig, erfuhr sie.

Ebenso wurde ihr von Hochzeitsbräuchen erzählt, wie dem Schmücken des Daches mit Baby-Kleidung oder einem Kinderwagen, oder ein Mensch-ärgere-dich-nicht-Spiel im zukünftigen Ehebett. Alle Paare waren erst zur Hochzeit in die gemeinsame Wohnung oder das gemeinsame Haus gezogen. „So war das damals üblich.“

Leben gemeinsam gestaltet

In ihrer Predigt ging die Pfarrerin auf den Brief von Jeremia an die Israeliten in Babylon ein. „Lebt euer Leben und gestaltet es“, habe Gott Jeremia diktiert und die Goldpaare haben ihr Leben angenommen und gestaltet.

Dabei gab es Höhen und Tiefen, doch letztlich ging mit Vertrauen und einem gewissen Mut zu verzeihen alles gut aus. „Man muss zu- und abgeben können“, erfuhr die Pfarrerin im Gespräch auf die Frage nach dem Geheimnis der langen Ehejahre. Oft fiel der Satz: „Wir können gar nicht glauben, wie schnell die Zeit vergangen ist“.

„Sie haben sich damals noch Liebesbriefe geschrieben“, erinnerte die Pfarrerin. Heute nehme sich fast niemand mehr die Zeit, einen Brief zu schreiben. Da gebe es nur noch Kontakt per E-Mail oder Whatsapp.

Dabei schenke man dem Adressaten mit einem Brief ein wenig Zeit von sich. „Wenn man einen Brief schreibt, dann gibt man auch einen Teil von sich selbst mit auf die Reise“. Dass die gemeinsame Reise der Jubelpaare noch lange andauern möge, wurde in den Fürbitten deutlich, die von Kindern der Goldenen Eheleute gelesen wurden.

Als Anerkennung der Landeskirche gab es für jedes Paar noch eine Urkunde und eine persönliche Widmung von Pfarrerin Dr. Verena Mätzke. mae

 
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