Zuverlässig, engagiert und musikalisch

- 27.07.2018 - 

Orgelsoiree: Zum offiziellen Abschluss ihres Freiwilligendienstes begeisterte die 19jährige Leonie Vestner mit einem vielseitigen Konzertprogramm

Während ihres Freiwilligen Sozialen Jahres hinterließ Leonie Vestner sowohl durch großes Engagement in der Gemeinde als auch durch ihr musikalisches Talent einen bleibenden Eindruck.

Wertheim. Nach einem Jahr in der evangelischen Kirchengemeinde neigt sich der Freiwilligendienst von Leonie Vestner langsam seinem Ende zu – sehr zum Bedauern aller, die in dieser Zeit das Vergnügen hatten, mit ihr zusammenzuarbeiten. Bezirkskantorin Katharina Wulzinger ist voll des Lobes für die engagierte 19-Jährige. „Leonie war von Anfang an sehr zuverlässig und eigenständig in ihrer Arbeit“, blickt Wulzinger auf das vergangene Jahr zurück. „Hat sie zugesagt, etwas bis zu einem bestimmten Zeitpunkt zu erledigen, war es dann auch geschafft.“

Seit September letzten Jahres ist Vestner in Wertheim (wir berichteten). Nach den positiven Erfahrungen, die sie mit der jungen Organistin gemacht hat, würde Katharina Wulzinger sofort wieder eine FSJ-lerin (oder einen FSJ-ler) einstellen: „Es gibt viel zu tun“. Denn die Mitarbeit Vestners habe sowohl sie, als auch Pfarrerin Carolin Knapp sehr entlastet.

Während ihrer Zeit in Wertheim war Leonie Vestner sowohl in der Kirchengemeinde, als auch im Bezirkskantorat tätig. Ursprünglich hatte sie sich um eine Stelle ausschließlich im Kantorat beworben, dieses allein kann aber keinen FSJ-Platz anbieten. So wurde Leonie auch in der evangelischen Gemeinde zu einer helfenden Hand.

Ein Projekt, das ihr als besonders beeindruckend in Erinnerung bleiben wird, ist das Musical „Joseph“, das der Kirchenbezirk Wertheim auf die Beine gestellt hatte. Hier war sie Teil des Chors und half bei den Proben. „Sie war bei dem Musical eine großartige Unterstützung, vor allem weil sie alles so gut gemacht hat“, erinnert sich Wulzinger.

Aber auch sonst fehlte es Vestner nicht an Aufgaben, sei es die Beteiligung an der Jugendarbeit, das Gestalten von Andachten, oder die Mitarbeit beim sogenannten „Konfi3-Projekt“. Als weiteren Höhepunkt ihres Freiwilligen Sozialen Jahres nennt die 19-Jährige das Reformationsjubiläum. Im Rahmen dieses Gottesdienstes wurden einige Bachkantaten aufgeführt, wobei ihr die Aufgabe des Basso continuo zufiel. Zu Ostern durfte sie den gesamten Gottesdienst auf der Orgel begleiten.

Talent unter Beweis gestellt

Bevor ihr Jahr in Wertheim Ende August seinen Abschluss findet, beeindruckte Leonie Vestner am Mittwochabend noch einmal durch ihre musikalischen Fähigkeiten. Bei einer Orgelsoirée in der Stiftskirche kam das Publikum in den Genuss des gleichen Programms, das Leonie kommende Woche bei ihrer C-Prüfung zu Gehör bringen wird. Kurzweilig und abwechslungsreich streift es verschiedene Epochen. „Für die Prüfung muss das Programm bestimmten Kriterien entsprechen“, erklärt Wulzinger die gemeinsame Auswahl der Stücke. Doch selbst gemessen an diesen Anforderungen sei das entstandene Programm sehr anspruchsvoll. Die C-Prüfung ist der Abschluss einer Ausbildung in Kirchenmusik mit dem Ziel der nebenberuflichen Tätigkeit als Kirchenmusiker. An vielen Universitäten werde die Prüfung außerdem als Auswahlprüfung für ein Studium anerkannt, weiß Wulzinger. Dies ist für Leonie Vestner allerdings nicht der Grund für die Teilnahme: „Die Prüfung an sich war für mich das Ziel. Es ist ja in gewisser Weise ein Nachweis der Leistung, die man bringen kann“. Seit sie fünf Jahre alt ist, spielt sie Klavier, vor mittlerweile vier Jahren hat sie mit dem Orgelspiel begonnen. Als Vorbereitung auf die Prüfung musste die junge Organistin regelmäßig Kurse in Heidelberg besuchen und Orgelunterricht nehmen.

Katharina Wulzinger, die sie in Wertheim an der Orgel unterrichtet, beschreibt sie als sehr strebsame Schülerin mit einer raschen Auffassungsgabe.

Ein Teil der Prüfung ist das Orgelspiel im Gottesdienst und somit die Begleitung der Gemeinde. Aus diesem Grund wurde das Publikum im Zuge der Begrüßung zum aktiven Mitsingen aufgefordert. Bei zwei der sechs gespielten Stücke griffen die Zuhörer zum Gesangbuch und wurden selbst Teil des Konzerts. Vestner hatte dabei keinerlei Probleme, die „Gemeinde“ sicher zu führen. „Wenn man ein paar Dinge beachtetet, ist es eigentlich keine große Herausforderung“, findet sie. Der zentrale Punkt sei es, der Gemeinde an den richtigen Stellen Atempausen vorzugeben. Obwohl sie sich gegen ein Studium der Kirchenmusik entschieden hat, möchte Vestner nach ihrem FSJ in jedem Fall als nebenberufliche Kirchenmusikerin tätig bleiben.

Zum Abschied gesegnet

Nachdem Sie ihr Programm hervorragend gemeistert hatte, wurde Leonie Vestner von den zahlreich erschienenen Zuhörern mit viel Applaus belohnt. Unter Beifall verließ sie die Empore und ging nach vorne, wo sie von Pfarrerin Carolin Knapp und Katharina Wulzinger offiziell verabschiedet und gesegnet wurde. Auch hier fanden die beiden so manches positive Wort zur Arbeit der FSJ-lerin. „Wir durften Leonie ein Jahr lang begleiten und wurden ein Jahr lang von ihr begleitet“, freute sich die Pfarrerin im Rückblick auf die gemeinsame Zeit. „Sie hat so viel geleistet in diesem Jahr.“ Schließlich bedankte sie sich noch einmal herzlich bei Vestner: „Vor allem dafür, dass du immer so gut drauf bist“.

Die FSJ-lerin selbst sammelte während ihrer Zeit in Wertheim viele positive Erinnerungen. Besonders in den Chören und in der Bestenheider Gemeinde hat sie schnell Freunde gefunden und so manchen sozialen Kontakt geknüpft. Sie wird Wertheim vermissen: „Es war eine sehr schöne Zeit, die Menschen waren alle sehr offen und freundlich zu mir.“ Jedem, der Freude an der Arbeit mit Menschen hat, empfiehlt sie ein Freiwilliges Soziales Jahr in der Gemeinde.

 
Ansprechpartner
Katharina Wulzinger
Bezirkskantorin
Quelle: Dominik Schultheiss
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