'Exzentrisch, witzig und augenzwinkernd

- 20.06.2018 - 

Bibelstoff modern aufgezogen: Am Samstag feierte das Musical "Joseph" Premiere in der Aula Alte Steige

So mitreißend und farbenfroh ist Bibel selten – bei der Premiere des Musicals erweckten die Sänger die Geschichte von Joseph und seinen Brüdern zu neuem Leben.

Quelle: Elisa Katt
Am Ende einer gelungenen Vorstellung war das Publikum so begeistert, dass es den Saal nicht ohne Zugaben verlassen wollte. Franz Szabo stimmt als Isaachar noch einmal sein Solo „Benjamin Calypso“ an.
Quelle: Elisa Katt
In der Rolle des Protagonisten Joseph legte Tobias Rupprecht eine ebenso souveräne wie amüsante Darbietung hin.
Quelle: Elisa Katt
Ein Highlight des Abends war zweifellos Alexander Kirchhoffs Rolle des Pharao - ganz im Stil von Elvis Presley.
Wertheim. „Die Luft hat förmlich geknistert“, so beschreibt Bianca Schütz die Atmosphäre unmittelbar vor dem großen Auftritt. Vor Konzentration sei es absolut still gewesen, die Ruhe habe nicht etwa Angst, sondern freudige Erwartung vermittelt.

Und freuen durften sich alle Beteiligten, denn am Ende eines gelungenen Abends wurde „Joseph and the Amazing Technicolor Dreamcoat“ mit tosendem Applaus und verdienten Standing Ovations belohnt.

Das Musical erzählt die Geschichte von Joseph dem Träumer, der von seinem Vater einen wunderschönen, bunten Mantel erhält – den „Dreamcoat“.

Von seinen eifersüchtigen Brüdern nach Ägypten verkauft, wo er im Haus des reichen Potiphar als Sklave arbeiten muss, endet Joseph schließlich im Kerker. An diesem tiefsten Punkt seines Lebens angekommen, spürt er plötzlich den Beistand Gottes – und findet prompt einen Ausweg.

Seine Fähigkeit, Träume zu deuten und so in die Zukunft zu sehen, macht ihn für den Pharao zu einem nützlichen Verbündeten. So warnt er ihn vor einer drohenden siebenjährigen Hungersnot und wird zu seinem Berater. Die Geschichte endet mit dem Wiedersehen und der Versöhnung der Brüder in Ägypten.

Schlüsselfiguren des Bühnengeschehens waren zweifellos Bianca Schütz und Scarlett Wollny, die den Zuschauer als Erzählerinnen bei der Hand nahmen.

Mit ihrem lebhaften Auftreten, unterstützt durch überaus wirkungsvolle Gestik und Mimik, zogen sie das Publikum mitten hinein in die biblische Geschichte.

Gleichzeitig schienen sie mühelos mit dem Protagonisten Joseph zu harmonieren, am Abend der Premiere verkörpert von Tobias Rupprecht.

Amüsante Performance

Als ausgebildeter Musicaldarsteller lieferte Rupprecht eine ebenso glaubwürdige wie amüsante Performance ab.

Dank seiner ausdrucksstarken Stimme und pointierten Schauspielerei nahm man ihm die Verzweiflung im Kerker genauso ab, wie seine Irritation während der Szene im Haus des reichen Potiphar. Mister und Mrs. Potiphar, gespielt von Sarah Kirschig und Lea Kirchhoff, entlockten dem Publikum mit ihrem exzentrischen Betragen so manchen Lacher.

Allgemein konnten sich die Akteure über ein sehr aktives Publikum freuen, das sich gerne von der Euphorie der Darsteller und Musiker mitreißen ließ. Besonders bei den flotteren Nummern wurde tatkräftig im Rhythmus geklatscht und gewippt.

Der augenzwinkernden Erzählweise von Tim Rice wurden die Darsteller mehr als gerecht – und das in englischer Sprache.

Gekonnt hangelten sie sich an den vielen Genre-Anspielungen von Andrew Lloyd Webbers Komposition entlang.

Beeindruckender Sechstklässler

Einen besonders beeindruckenden Auftritt legte der Sechstklässler Arne Wenzler in seiner Rolle von Josephs Bruder Judah hin.

Souverän meisterte er sein Solo „Those Canaan Days“, in dem sich die Brüder an Joseph erinnern und merken, wie sehr sie ihn vermissen. Highlight des Abends war sicherlich das Auftreten des Pharao – mit schwarzen Lederklamotten und Hüftschwung – nicht nur musikalisch ganz im Stil von Elvis Presley. Alexander Kirchhoff, einer der Initiatoren des Musicals, schien in seiner Rolle völlig aufzugehen. Mit seiner Darbietung brachte er neben seinem Bühnenfanclub, ausgestattet mit goldenen Pompons, auch die Zuschauer zum Jubeln.

Musikalisch schwungvoll untermalt wurde die Darbietung auf der Bühne vom Orchester, bestehend aus Dozenten der Wertheimer Musikschule und der Hochschule in Würzburg.

Mit geübter Hand dirigierte Katharina Wulzinger, Bezirkskantorin und Leiterin des Musicals, das Orchester und die Sänger durch den Abend. Gleich drei Chöre waren auf und neben der Bühne am Musical beteiligt; der Kinder-, Jugend- und Frauenchor der Wertheimer Stiftskirche.

Wer auch noch in den Genuss von „Joseph and the Amazing Technicolor Dreamcoat“ kommen möchte, hat dazu am kommenden Wochenende Gelegenheit.

 
Ansprechpartner
Katharina Wulzinger
Bezirkskantorin
Quelle: Dominik Schultheiss
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