Deftige Luthersprüche aus stimmgewaltiger Kehle

- 21.10.2018 - 

Literarisch-kulinarischer Abend: Luthers Tischreden standen im Mittelpunkt

Reicholzheim. Es war ein heiterer Abend mit viel Lachen, exzellentem Wein und einem mittelalterliches Menü. Luthers Tischreden standen im Mittelpunkt zwischen den hölzernen Weinfässern im uralten Gewölbekeller. Der evangelischen Erwachsenenbildung Odenwald-Tauber fiel es nicht schwer, sich in die Zeit des Mittelalters zu versetzen.

Vortrefflich gelang es, die Reformation mit allen Sinnen erfahrbar zu machen. Als Mensch, kernig und lebensnah, wurde Martin Luther durch den stimmgewaltigen Schauspieler und Synchronsprecher Stefan Müller-Ruppert in einem schwarzen Talar lebendig. Susanne Adolf begleitete musikalisch und überaus pfiffig moderierte Pfarrerin Heike Kuhn.

Mit „Deftig – Nahrhaft – Gnade“ waren Luthers Tischreden überschrieben. Das Thema Reformation wurde in Zitaten kernig und deftig in gelöster Stimmung serviert. Anschaulich, lebendig und mit Leichtigkeit und Humor wurden Erkenntnisse der Reformation angesprochen. Luther redete ohnehin wie ihm der Schnabel gewachsen war und da fehlten auch nicht seine deftigen Aussprüche: „Aus einem traurigen Arsch kommt kein fröhlicher Furz.“

Unterhaltsam wurden die Themen aufgegriffen. Gnade wurde mit Luthers Worten beleuchtet: „Wenn es keine Vergebung der Sünden gäbe, so wollte ich Gott zum Fenster hinauswerfen.“ Elegant immer wieder die Überleitung vom literarischen zum kulinarischen Teil des Abends: „Für die Toten Wein, für die lebenden Wasser, das ist eine Vorschrift für Fische.“

Für das Luthermahl hatte Familie Oetzle vom Restaurant „Martha“ gesorgt. Es gab Kräuterquark auf Bauernbrot, geräuchertes Filet vom Saibling auf Linsensalat, Pfifferling-rahmsuppe, geschmorte Ochsenbacken auf Wirsing mit Kartoffeln in der Schale und zum Dessert Arme Ritter. Ein Menü, wie es in Teilen auch zu Luthers Zeit denkbar war. Exzellent die Weine, die Alexander Ley vom Winzerkeller im Taubertal für diesen Abend zusammengestellt hatte: Silvaner vom Bronnbacher Kemelrain, Müller-Thurgau vom Hohen Herrgott aus Külsheim, Schwarzriesling vom Reicholzheimer First und einen Tauberschwarz aus der Region. hw

 
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